Die Alte Kirche in Heumaden

Kirchenutensilien

 

Kruzifix

Das Kruzifix wurde von Schultheiß Hans Bockel, der im Jahr 1698 verstorben ist, gestiftet. Herkunft und Alter ist unbekannt. Pfarrer Fritz stuft es als frühgotisch ein. Im Gegensatz zu älteren Darstellungen handelt es sich hier um ein sogenanntes „Dreinagelkruzifix“. Der Körper ist nur mit drei Nägeln befestigt, indem die beiden Beine übereinander genagelt werden. Dabei wird Christus nicht mehr wie in der Romanik als siegender Überwinder, sondern als vom Leiden erlöster Mensch im Moment des Todes mit ganz plastischer Darstellung des geschundenen Körpers gezeigt. Auf einem Foto aus der Zeit vor der Renovierung im Jahr 1957 kann man erkennen, dass vom Lendentuch beide Enden weit abstehen, wie vom Wind getragen. Diese Enden wurden inzwischen entfernt.

Glocken

Im Kirchturm der Alten Kirche befinden sich heute drei Glocken.

Die tiefste Glocke ist die älteste Glocke und wurde im Jahr 1667 von den ledigen Bürgern Heumadens gestiftet. Sie wurde von Hans Jacob Ernst aus Esslingen gegossen.

Die mittelhohe Glocke stammte ursprünglich aus dem Jahr 1480 und trug die Inschrift „Sancta Otilia, ora pro nobis Deum“. Sie zersprang beim Läuten im Jahr 1899. Pfarrer Dieterle notierte verärgert in der Pfarreichronik, dass dazu sicher auch die mangelnde Sorgfalt der läutenden Schulbuben beigetragen habe. Die 1899 beschaffte Nachfolgerin musste bereits im Jahr 1917 aufgrund der Rohstoffknappheit im Ersten Weltkrieg abgeliefert werden. Eine neue Glocke wurde wieder im Jahr 1919 beschafft. Auch dieser Glocke war keine lange Lebensdauer beschieden. Sie musste im Zweiten Weltkrieg abgeliefert werden. Im Jahr 1952 konnte dann erneut eine Glocke beschafft werden. Sie trägt die Aufschrift „Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben“ aus Johannes 14,19.

Im Jahr 1952 wurde das Geläut außerdem um eine dritte Glocke erweitert. Sie ist die höchste Glocke und wurde vom Evangelischen Frauenkreis Heumaden gestiftet. Sie trägt die Inschrift „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“ aus Hebräer 13, 8. Beide im Jahr 1952 beschafften Glocken stammen von der Glockengießerei Heinrich Kurtz aus Stuttgart.

Orgel

Im Jahr 1758 konnte erstmals durch freiwillige Beiträge der Bürger eine Orgel beschafft werden, die zunächst auf einer zusätzlich im Schiff errichteten Empore stand und im Jahr 1786 auf die dafür neu errichtete Empore im Chor versetzt wurde. Im Jahr 1845 war die Orgel so schadhaft, „dass die Andacht dadurch mehr gestört als gefördert wurde“, wie Pfarrer Krauß in der Pfarrchronik schreibt. Deshalb wurde eine neue Orgel von der Orgelbaufirma Schäfer in Wolfschlugen beschafft. Diese Orgel wurde jedoch nicht lange zur Freude der Zuhörer gespielt. Im Jahr 1893 schreibt Pfarrer Baumann: „Die Orgel war sehr eigenwillig und wimmerte oft während des Gebets und schwieg während des Gesangs.“ So wurde bei der großen Umgestaltung im Jahr 1893 auch eine neue Orgel, diesmal von der Orgelbaufirma Goll in Kirchheim/Teck, eingebaut. Diese Orgel versieht noch heute ihren Dienst. Sie wurde in den Jahren 1960 und 1984 renoviert und erweitert.