Die Alte Kirche in Heumaden

Anfänge

In der im Jahr 1851 erschienen Beschreibung des Oberamts Stuttgart findet sich folgende Beschreibung der Alten Kirche: „Am südlichen Ende des Orts steht die einfache, unansehnliche Kirche, deren Chor mit gothischen Fenstern einer besseren Zeit angehört, als das, mit verschiedenartigen geschmacklosen Lichtöffnungen versehene Schiff.“ Wer die Kirche heute vor Augen hat, wird überrascht von dieser Beschreibung sein. Sie weist jedoch darauf hin, dass die Alte Kirche im Laufe der Jahrhunderte viele Veränderungen erfahren hat.

Den Ort Heumaden gibt es laut urkundlicher Erwähnung mindestens seit dem Jahr 1120. Bezogen auf die Kirche wird es aber erst im Jahr 1475 interessant. In diesem Jahr - 59 Jahre vor Einführung der Reformation in Württemberg - wird Heumaden eine selbständige Pfarrei. Spenden einzelner Bürger machten die Finanzierung der Pfarrstelle möglich. Zuvor wurde Heumaden kirchlich von Ruit aus betreut.

Als selbständige Pfarrei benötigte man eine Kirche. Wann der erste Bau fertiggestellt wurde ist nicht gesichert. Pfarrer Fritz nennt in seinem 1916 erschienenen Büchlein „Bilder aus der Vergangenheit von Heumaden“ eine Quelle, in der das Jahr 1499 angegeben wird. Er weist allerdings darauf hin, dass nicht bekannt sei, woher diese Angabe stammt. Zumindest ist dieses Jahr plausibel. Auch die spätgotischen Maßwerkfenster und die Strebepfeiler an der Außenwand passen in diese Zeit.

Die Kirche war zunächst nur wenig größer als der nach Osten hin ausgerichtete Chor und reichte bis zum heute noch sichtbaren Wandversprung rechts von der Tür in die Sakristei. Die der Maria geweihte Kirche verfügte über bemalte Innenwände und es gab einen Altar mit vergoldeten Bildtafeln. Die nördliche Eingangstür mit der Rosette sowie den Chorbogen gab es noch nicht. Bei Einführung der Reformation im Jahr 1534 wurden die Wandmalereien überstrichen und die Bildtafeln wurden entfernt. Zuvor wurde jedoch das Gold abgekratzt und verkauft. Den Erlös stellte man dem Stift in Tübingen zur Unterstützung von Theologiestudenten zur Verfügung.